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Aktualisiert am von Ömer Bekar

Infos zu Eignungstest Umschulung

In vielen Fällen entscheidet ein Eignungstest darüber, ob Sie die gewünschte Umschulung machen können.

Für eine Umschulung kann es die verschiedensten Gründe geben. Vielleicht haben Sie einfach kein Interesse mehr an Ihrem erlernten Beruf und möchten etwas Neues machen. Möglicherweise sind Sie schon seit längerem arbeitslos und die Chancen, eine Stelle in Ihrem Job zu finden, stehen schlecht. Denkbar ist aber auch, dass Ihre Gesundheit nicht mehr mitspielt und Sie Ihren bisherigen Beruf deswegen aufgeben müssen. Doch unabhängig davon, was Sie antreibt: Oft müssen Sie erst einmal einen Eignungstest bestehen, bevor Sie mit der Umschulung beginnen können. Warum das so ist und wie so ein Test abläuft, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Einstellungstest Aufgaben

Bei Prüfungen in der Schule und während der Ausbildung wussten Sie ungefähr, was Sie erwarten würde. Denn die Inhalte hatten Sie vorher im Unterricht besprochen. Doch bei einem Eignungstest? Und dazu noch bei einem Eignungstest für eine Umschulung?

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Haben Sie zuvor auch noch nie an einem Einstellungstest für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz teilgenommen, sind Sie möglicherweise ganz schon verunsichert. Zumal erschwerend dazukommt, dass der Eignungstest darüber entscheidet, ob Sie die Zusage für die gewünschte Umschulung bekommen. Aber keine Angst: Die Tests sind durchaus machbar!

Warum gibt es einen Eignungstest vor der Umschulung?

Es kann sein, dass Sie freiwillig und von sich aus über eine Umschulung nachdenken. Genauso ist möglich, dass Sie das Arbeitsamt oder das Jobcenter dazu aufgefordert hat, eine Bewerbung für die Umschulungsmaßnahme abzugeben. Doch so oder so werden Sie in den meisten Fällen erst einmal zu einem Eignungstest eingeladen.

Den Eignungstest für die Umschulung führt entweder die Arbeitsagentur selbst oder die Bildungsstätte durch. Und das Ziel ist, Sie kennenzulernen und sich ein Bild von Ihnen zu machen. Dabei soll der Test Antworten auf drei Fragen liefern:

1. Sind Sie den Anforderungen der Umschulung gewachsen?

An dieser Stelle geht es um Ihre fachliche Eignung. Der Eignungstest soll herausfinden, ob Sie die Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringen, die Sie für einen erfolgreichen Abschluss der Umschulung brauchen.

Der Test zielt aber nicht auf besonderes Fachwissen ab. Die Umschulung haben Sie ja erst noch vor sich. Auf dem Prüfstand steht vielmehr, ob Sie die notwendigen Grundlagen mitbringen. So soll sichergestellt sein, dass Sie dem Unterricht folgen und das Erlernte umsetzen können.

Wenn Sie zum Beispiel eine Umschulung zum Fachinformatiker oder im kaufmännischen Bereich machen wollen, Mathematik Ihnen aber überhaupt nicht liegt, sieht es mit der fachlichen Eignung eher schlecht aus.

2. Sind Sie aus persönlicher Sicht für die Umschulung geeignet?

Der Eignungstest soll auch ans Licht bringen, wie es um Ihre Motivation steht. Möchten Sie die Umschulung wirklich machen? Sind Sie bereit, sich reinzuhängen und zu lernen? Wie steht es bei Ihnen um Dinge wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit oder Pflichtbewusstsein?

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Vor allem wenn die Arbeitsagentur, die Rentenversicherung oder eine ähnliche Stelle die Umschulung finanziert, möchte sie sichergehen, dass Sie bis zum Schluss am Ball bleiben. Denn Abbrüche vergeuden Zeit und Geld für alle Beteiligten.

3. Haben Sie mit dem gewünschten Beruf langfristig die richtige Wahl getroffen?

Eine weitere Frage, die der Eignungstest beantworten soll, zielt auf Ihre Interessen und beruflichen Ziele ab. Schließlich macht es wenig Sinn, wenn Sie eine Umschulung machen und kurze Zeit später feststellen, dass der neue Beruf auch nicht das Richtige für Sie ist oder sich mit Ihren Plänen kaum vereinbaren lässt.

Das Ergebnis vom Test

Der Eignungstest soll also aufzeigen, ob Sie fachlich und persönlich für die Umschulung geeignet sind. Gleichzeitig soll der Test ermitteln, ob Sie motiviert sind, die Umschulung erfolgreich zu absolvieren und später den Berufsalltag gut zu meistern. Natürlich kann niemand wissen, was in fünf oder zehn Jahren sein wird. Aber wenn Sie jetzt schon wenig Lust auf die Umschulung und den Job haben, werden Sie vermutlich auch später in dem Job nicht glücklich werden.

Beim Test selbst geht es weniger darum, dass Sie zu den Besten gehören. Es spricht zwar für Sie, wenn Sie eine hohe Punktzahl oder eine gute Note erzielen. Entscheidend ist aber am Ende, dass sich herausstellt, dass Sie für die Umschulung in Frage kommen.

Ist Ihr Testergebnis positiv, bekommen Sie die Zusage für einen Platz beim Bildungsträger oder einen Bildungsgutschein, den Sie auf Kosten der Arbeitsagentur für Ihre Umschulung einsetzen können.

Welche Inhalte hat ein Eignungstest für eine Umschulung?

Pauschal lässt sich schwer vorhersagen, wie genau die Prüfung aussehen wird. Denn so etwas wie einen verbindlichen, standardisierten “Eignungstest Umschulung” gibt es nicht. Vielmehr berücksichtigt ein Eignungstest immer den Beruf, um den es bei der Umschulung geht.

So werden Tests für kaufmännische Berufe zum Beispiel eher auf Mathe ausgelegt sein, während es bei technischen Berufen verstärkt um das technische Verständnis gehen wird. Trotzdem sind die Grundzüge ähnlich.

So beinhaltet ein Eignungstest praktisch immer einen schriftlichen Teil. Er kann dann noch durch mündliche und praktische Tests ergänzt werden.

Der schriftliche Teil vom Eignungstest

Jede Umschulung und auch Berufsausbildung baut auf Kenntnissen auf, die Sie in der Schule erworben und durch die Erfahrung im alltäglichen Leben vertieft haben. Und beim Eignungstest werden genau diese Kenntnisse überprüft. Dazu bearbeiten Sie verschiedene Aufgaben aus unterschiedlichen Themenfeldern.

Im Kern geht es darum, herauszufinden, ob bei Ihnen die notwendigen Grundlagen für die Umschulung vorhanden sind.

Meist findet der schriftliche Teil computergestützt statt. Sie lösen die Fragen also am Computer. Nur noch selten werden Fragebögen auf Papier eingesetzt, die Sie von Hand ausfüllen müssen.

Wie schon erwähnt, geht es beim Eignungstest um grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie für die Umschulung und den Beruf brauchen. Deshalb stehen vor allem vier Bereiche auf dem Prüfstand:

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Deutsch

Ein sicherer Umgang mit der deutschen Sprache ist in jedem Beruf unverzichtbar. Beim Eignungstest erwarten Sie deshalb Aufgaben, die sich mit der Rechtschreibung, der Grammatik, der Zeichensetzung und dem Wortschatz befassen. Ein Diktat oder einen Aufsatz müssen Sie bei einem Einstellungstest für eine Umschulung so gut wie nie schreiben.

Mathe

Rechenkenntnisse benötigen Sie ebenfalls in jedem Beruf. Zwar hängt es von der Tätigkeit ab, wie stark der Job von Mathe geprägt ist. Ums Rechnen kommen Sie aber in keinem Beruf herum.

Beim Eignungstest geht es in den Matheaufgaben vor allem um die Grundrechenarten, Textaufgaben und Dreisatz. Auch Bruchrechnen und die Prozentrechnung können gefragt sein.

Allgemeinwissen

Damit eine ungefähre Einschätzung davon möglich wird, wie offen und interessiert Sie am Alltagsleben teilnehmen, stehen einige Fragen zum Allgemeinwissen an. Die Bandbreite an möglichen Themen hier ist zwar sehr groß. Die Schwerpunkte bilden aber meist Fragen zu Wirtschaft, Geschichte, Erdkunde und Politik.

Je nach Beruf können außerdem Fächer wie Chemie, Physik, Biologie, Technik oder EDV dazukommen. Auch Kultur, Musik und Sport sind denkbar. Und nicht zuletzt können ein paar Fragen gestellt werden, die sich auf ihren gewünschten Beruf beziehen.

Intelligenz

Auch wenn ein Intelligenztest manchmal als psychologischer Test bezeichnet wird, ist das so eigentlich nicht ganz richtig. Denn ein psychologischer Test beruht auf einem Verfahren, das auf wissenschaftlichen Standards basiert und von geschulten Psychologen angewendet und ausgewertet wird.

Ein Intelligenztest hingegen will ermitteln, wie es um ihre geistigen Fähigkeiten steht. Dabei geht es also nicht um erlerntes Wissen, sondern um grundlegendes Können. Die Aufgaben in diesem Bereich testen Dinge wie das logische Denken, das Vorstellungsvermögen oder die Konzentrationsfähigkeit. Typische Aufgaben bestehen darin, dass Sie Figurenreihen fortsetzen, Symbole zuordnen, Schlussfolgerungen ziehen oder Listen bearbeiten müssen.

Mündliche Tests

Sehr oft gehört zum Eignungstest ein persönliches Gespräch. Ähnlich wie bei einem Vorstellungsgespräch geht es hier darum, Sie als Person kennenzulernen. Außerdem möchte Ihr Gesprächspartner erfahren, warum Sie die Umschulung machen möchten und wieso Sie sich gerade für diesen Beruf entschieden haben. Auch ein paar Fragen zu Ihren Interessen und Ihren beruflichen Zielen wird Ihr Gesprächspartner vermutlich stellen.

Überlegen Sie sich, was Sie an dem Beruf reizt. Ihr Ziel sollte sein, den Gesprächspartner davon zu überzeugen, dass Sie die Umschulung wirklich machen wollen. Doch dafür müssen Sie wissen, was Sie selbst von Ihrem künftigen Job erwarten.

Praktische Aufgaben

Es kann sein, dass eine kleine Arbeitsprobe auf dem Programm steht. Bei handwerklichen und technischen Berufen ist das mitunter der Fall. Für die Arbeitsprobe bekommen Sie vom Prüfer einen Mini-Auftrag. Dieser kann zum Beispiel darin bestehen, dass Sie einen Draht nach einer Vorlage biegen oder ein paar Lötpunkte auf eine Platine setzen sollen.

Die Arbeitsprobe soll zeigen, wie gut Sie Anweisungen umsetzen und wie sorgfältig sie arbeiten.

Bei kaufmännischen und verwaltenden Tätigkeiten sowie bei Jobs im Gesundheitswesen gehören manchmal Gruppenaufgaben zum Eignungstest. Dabei müssen Sie dann zusammen mit ein paar anderen Teilnehmern eine Lösung für ein Problem finden oder eine Gruppendiskussion führen. Eine andere Aufgabe kann sein, dass Sie einen kurzen Vortrag zu einem vorgegebenen Thema halten.

Bei solchen mündlichen Aufgaben geht es darum, wie Sie sich gegenüber anderen verhalten und wie gut Sie im Team arbeiten.

Ein paar Tipps zum Schluss

Es ist durchaus verständlich, wenn Sie angespannt und nervös sind. Schließlich hängt vom Eignungstest ab, ob es mit der Umschulung klappt. Aber Sie müssen sich nicht unnötig verrückt machen. Behalten Sie folgende Tipps im Hinterkopf:

  • Bereiten Sie sich auf den Test vor, indem Sie Mustertests und Beispielaufgaben lösen. Durch das Üben gewöhnen Sie sich an die Prüfungssituation. Außerdem lernen Sie die verschiedenen Aufgabentypen kennen. So können Sie einschätzen, was ungefähr auf Sie zukommt.
  • Halten Sie sich vor dem Test über das aktuelle Geschehen auf dem Laufenden. Wichtige Ereignisse sind oft Thema bei den Wissenstests.
  • Hören Sie aufmerksam zu, wenn der Prüfer die Aufgaben und die Abläufe erklärt. Haben Sie etwas nicht verstanden, fragen Sie nach!
  • Arbeiten Sie die Fragen aufmerksam und konzentriert, aber zügig durch. Ein Eignungstest ist meist so aufgebaut, dass die Zeit knapp bemessen ist.
  • Die meisten Fragen sind Auswahlfragen. Sie bekommen mehrere Lösungen und müssen daraus die richtige Antwort auswählen. Sind Sie unsicher, dann raten Sie. So vergeuden Sie zumindest keine wertvolle Zeit.
  • Lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn Sie nur einen Teil der Aufgaben geschafft haben. Eignungstests sind bewusst so gestaltet, dass es praktisch unmöglich ist, alle Fragen zu bearbeiten und richtig zu lösen.

Und wenn es nicht klappt?

Auch wenn Sie fleißig online trainiert hatten, kann es passieren, dass Sie durch den Eignungstest rasseln. Doch lassen Sie sich davon nicht entmutigen! Führen Sie sich vor Augen, dass das Testergebnis lediglich eine Momentaufnahme ist. Außerdem bezieht es sich nur auf Ihre Eignung für diese eine Umschulung.

Würden Sie den Eignungstest bei einem anderen Anbieter oder für eine andere Umschulung machen, würde das Ergebnis vielleicht ganz anders aussehen. Besprechen Sie deshalb mit Ihrem Sachbearbeiter, welche Möglichkeiten es nun gibt. Bestimmt findet sich eine Lösung!