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Aktualisiert am von Ömer Bekar

Infos zu Ausbildung ohne Einstellungstest

Auch bei einer Ausbildung geht es oft nicht mehr ohne Einstellungstest.

Wenn das Ende der Schulzeit näher rückt und Sie Ihre Suche nach einem Ausbildungsplatz starten, werden Sie wahrscheinlich auch Einladungen zu Einstellungstests bekommen. Denn immer mehr Unternehmen und Behörden setzen bei der Auswahl Ihrer künftigen Azubis Tests ein. Nur: Wie sinnvoll ist ein Eignungstest eigentlich? Was sagt ein Assessment-Center wirklich über den Bewerber aus? Und was, wenn Sie mit der Prüfungssituation nicht klar kommen? Gibt es noch eine Chance auf eine Ausbildung ohne Einstellungstest? Wir klären auf!

Einstellungstest Aufgaben

Lädt Sie eine Firma zum Einstellungstest ein, haben Sie schon einen ersten Erfolg erzielt. Offensichtlich war Ihre Bewerbung so gut, dass das Unternehmen Interesse hat, Sie näher kennenlernen. Außerdem kommen Sie grundsätzlich für eine Einstellung in Frage. Wäre dem nicht so, hätten Sie anstelle der Einladung eine Absage bekommen.

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Andererseits investiert ein Unternehmen viel Zeit und Geld, wenn es Sie einstellt und ausbildet. Gleichzeitig sieht ein Arbeitgeber oft nicht nur die Lehre, sondern zielt auf eine langfristige Zusammenarbeit ab. Deshalb möchte er sichergehen, dass er sich für den richtigen Azubi entscheidet.

Um herauszufinden, ob sich der gute Eindruck aus Ihrer Bewerbung bestätigt, führen inzwischen viele Unternehmen Einstellungstests durch. Doch die Meinungen dazu sind zweigeteilt. In diesem Beitrag schauen wir uns an, welche Plus- und Minuspunkte ein Eignungstest bietet. Außerdem erklären wir, warum es gar nicht leichter sein muss, wenn Sie sich für eine Ausbildung ohne Einstellungstest bewerben.

Für welche Berufe sind Einstellungstests üblich?

Ob Finanzamt oder Polizei, ob Großkonzern, Versicherung oder Bundeswehr: Einstellungstests sind in der Wirtschaft und der Industrie genauso anzutreffen wie im öffentlichen Dienst.

Ein Grund hierfür ist, dass es oft weit mehr Bewerber gibt als freie Lehrstellen. Ein Eignungstest oder Assessment-Center ermöglicht dem Arbeitgeber, gleich mehrere Kandidaten auf einmal zu prüfen. So muss er nicht allein anhand der Bewerbungsunterlagen eine Entscheidung treffen. Schließlich kann gut sein, dass ein Bewerber der ideale Azubi wäre, das durch Anschreiben und Lebenslauf aber nur bedingt vermitteln konnte.

Statt direkt abzusagen, kann der Arbeitgeber also eine größere Anzahl an Kandidaten zum Test einladen. Und am Ende des Verfahrens sind ohnehin nur noch wenige Bewerber im Rennen.

Ein anderer Punkt ist, dass einige Berufe mit besonderen Anforderungen einhergehen. Geht es um einen Job, für den sich ein ausgebildeter Bewerber mit Berufserfahrung bewirbt, reichen oft ein, zwei Gespräche aus, um seine Qualifikation und Eignung zu beurteilen. Doch wenn Sie frisch von der Schule kommen und die Ausbildung erst noch vor sich haben, ist es für den Arbeitgeber deutlich schwerer, einzuschätzen, ob Sie für den Beruf geeignet sind.

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Andererseits ist es für ein Unternehmen aufwändig und teuer, umfangreiche Assessment-Center zu organisieren. Kleine Firmen können diesen Aufwand oft gar nicht betreiben. Sie wählen den Kandidaten für eine Ausbildung deshalb häufig ohne Einstellungstest aus. Stattdessen belassen sie es beim Vorstellungsgespräch.

Was den Einstellungstest angeht, spielt also der Arbeitgeber die entscheidende Rolle. Er ist derjenige, der für sich bestimmt, wie er künftige Azubis und Mitarbeiter auswählt.

Bewerben Sie sich im öffentlichen Dienst und bei einem größeren Unternehmen, werden Sie eher selten um einen Eignungstest herumkommen. Gleiches gilt, wenn Sie als Absolvent nach dem Studium in eine Position mit mehr Verantwortung einsteigen möchten. Bei kleineren Betrieben hingegen stehen die Chancen auf eine Ausbildung ohne vorherigen Einstellungstest ganz gut.

Was spricht für Einstellungstests?

Dafür, dass es viele Unternehmen nicht nur bei einem Gespräch belassen, sondern auf teils sehr umfangreiche Tests zurückgreifen, gibt es aus Sicht der Befürworter einige gute Argumente. Die Möglichkeit, recht viele Kandidaten auf einmal zu testen und sich so eine größere Auswahl offen zu lassen, haben wir als Pluspunkt ja schon erwähnt. Doch es gibt noch weitere Vorteile.

Viele Erkenntnisse über das Wissen und Können

Ein Einstellungstest bietet dem Arbeitgeber die Möglichkeit, sich ein umfassendes Bild vom Bewerber zu machen. Schließlich werden bei dem Test Aufgaben und Fragen aus vielen verschiedenen Bereichen gestellt. Mathe und Deutsch oder Allgemeinwissen sind genauso Themen wie logisches Denken.

In Rollenspielen und Gruppenaufgaben kommen Dinge wie Teamgeist, Ausdrucksvermögen, Durchsetzungsfähigkeit und generell das Verhalten gegenüber anderen ans Licht.

Durch einen Eignungstest kann das Unternehmen also innerhalb kurzer Zeit viele Erkenntnisse über die Fähigkeiten, das Wissen und die Eigenschaften eines Bewerbers gewinnen. Gleichzeitig kann es beurteilen, welche Bereiche Ihnen besonders gut liegen und wo Sie Schwächen haben.

Rückschlüsse auf die Arbeitsweise

In aller Regel ist ein Einstellungstest so aufgebaut, dass Sie unter Zeitdruck geraten. Alle Aufgaben zu bearbeiten, ist oft kaum möglich. Der Arbeitgeber kann dadurch ermitteln, wie gut Sie mit Druck und Stress umgehen können. Im Berufsalltag ist das nicht unwichtig.

Gleichzeitig kann das Unternehmen Übungen einbauen, die typische Situationen aus der Praxis nachahmen. Auf diese Weise kann es prüfen, ob Sie die Eigenschaften und Merkmale aufweisen, die Sie für den Job brauchen. Nebenbei werden die Aufgaben und Übungen so in gewisser Hinsicht zu einer Stichprobe von der Art und Weise, wie Sie arbeiten und Herausforderungen angehen.

Hinzu kommt, dass Sie durch den Test in eine völlig neue Situation geraten. Sie sind in einer fremden Umgebung und haben lauter unbekannte Personen um sich. Auch wenn Sie sich gut auf den Einstellungstest vorbereitet haben, werden Sie auf Aufgaben treffen, die Sie so nicht kennen. Ein weiterer Faktor ist die Prüfungssituation selbst, bei der es immerhin um Ihre berufliche Zukunft geht.

Für Sie bedeutet das, dass Sie sich schnell auf die Situation einstellen und immer wieder umdenken müssen. Der Arbeitgeber kann beobachten, wie gut Ihnen das gelingt und wie es um Ihre Auffassungsgabe steht.

Objektive Auswertung

Die Bedingungen bei einem Einstellungstest sind für alle Bewerber gleich. Schließlich müssen alle Teilnehmer die gleichen Aufgaben, Fragen und Übungen meistern. Dadurch hat jeder Kandidat eine faire Chance, mit guten Leistungen zu punkten.

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Für das Unternehmen sind die Bewerber mit ihren Ergebnissen gut vergleichbar. Und die Auswertung kann sehr objektiv erfolgen. Beim PC-Test zum Beispiel kann Ihre Antwort auf eine Frage nur richtig oder falsch sein. Ein vorher festgelegtes Schema mit Punkten oder Noten sorgt dann dafür, dass Ihre Ergebnisse zuverlässig eingeordnet werden können.

Ein weiterer Aspekt ist, dass persönliche Sympathien in den Hintergrund rücken. Denn zum einen sind Ihre Leistungen bei den einzelnen Prüfungen vom Testverfahren maßgeblich. Und zum anderen wird ein Eignungstest in aller Regel von verschiedenen Prüfern begleitet.

Ob Sie auf dem Bewerbungsfoto sympathisch rüberkommen oder ob die Chemie zwischen Ihnen und dem Personaler beim Vorstellungsgespräch stimmt, fällt bei einem Eignungstest kaum ins Gewicht. Im Unterschied dazu kann die Sympathie die Entscheidung bei einer Ausbildung ohne vorherigen Einstellungstest durchaus stark beeinflussen.

Was sind die Kritikpunkte an Eignungstests?

Jede Medaille hat zwei Seiten. Das ist auch beim Einstellungstest nicht anders. So stellen Kritiker vor allem die Aussagekraft der Testergebnisse in Frage.

Gerade bei einem Einstellungstest für die Ausbildung wird schließlich kein besonderes Fachwissen rund um den Beruf abgefragt. Stattdessen geht es hauptsächlich um grundlegendes Wissen und Können. Doch bei Fragen und Aufgaben, die ziemlich allgemein gehalten sind und keinen direkten Bezug zum Beruf haben, lässt sich die Eignung für den jeweiligen Job nur bedingt ableiten.

Ein anderer Punkt ist, dass der Test dabei helfen soll, einen Bewerber näher kennenzulernen. Die ungewohnte Situation, der Stress, der Leistungsdruck und die Anspannung tragen oft aber gerade nicht dazu bei, dass ein Teilnehmer locker und authentisch auftritt. Stattdessen wird er versuchen, sich möglichst optimal zu präsentieren.

Aus Sicht des Unternehmens hat ein Eignungsauswahlverfahren außerdem den Nachteil, dass es kostenintensiv ist. Vor allem ein Test, der möglichst genau auf die Lehrstelle zugeschnitten ist, verursacht bei der Planung und Durchführung viel Aufwand.

Und die Methode ist nicht flexibel. Ein Unternehmen kann nur bedingt spontan Bewerber einladen. Vielmehr muss vorher alles gut organisiert sein.

Warum kann ein Einstellungstest für Sie als Bewerber vorteilhaft sein?

Bild zu Ausbildung ohne Einstellungstest

Ein Einstellungstest kann für Sie vorteilhaft sein.

Es ist verständlich, wenn Sie lieber eine Ausbildung ohne Einstellungstest finden würden. Immerhin bedeutet die Einladung zu einem Eignungstest, dass Sie sich gut informieren, sorgfältig vorbereiten und dann verschiedensten Prüfungen stellen müssen. Aber für Sie kann es ein großer Vorteil sein, dass Ihr Wunsch-Arbeitgeber einen Einstellungstest durchführt.

Ein Grund dafür ist, dass Sie viel mehr Möglichkeiten haben, um mit guten Leistungen zu punkten. Wählt ein Arbeitgeber die Kandidaten für eine Ausbildung ohne Einstellungstest aus, können Sie nur mit Ihrer Bewerbung und beim Vorstellungsgespräch glänzen. Als künftiger Azubi wird Ihr Lebenslauf aber oft ziemlich überschaubar sein. Und beim persönlichen Gespräch muss alles glattgehen, denn Sie haben nur diese eine Chance.

Im Unterschied dazu beinhaltet ein Einstellungstest viele verschiedene Bausteine. Selbst wenn Ihnen ein Bereich weniger liegt, können Sie die Ergebnisse in einem anderen Bereich wieder ausgleichen.

Haben Sie alle Stationen durchlaufen, bekommen Sie in aller Regel ein ausführliches Feedback. Auf diese Weise erfahren Sie etwas über Ihre Stärken und Schwächen. Möglicherweise stellen Sie sogar fest, dass der Beruf gar nicht das Richtige für Sie gewesen wäre. Selbst wenn Sie bei einem Test durchgefallen sind, können Sie deshalb wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen für sich mitnehmen, die Ihnen bei der weiteren Suche nach einer Lehrstelle zugutekommen werden.

Ein anderer Aspekt ist, dass Sie bei einem Einstellungstest Kontakte knüpfen können. Sie lernen nicht nur andere Bewerber, sondern auch verschiedene Vertreter des Arbeitgebers kennen. Vielleicht können Sie später einmal auf solche Kontakte zurückkommen.

Und nicht zuletzt hilft Ihnen schon die Vorbereitung auf den Test weiter. Egal, ob Sie bei einem Online-Test oder mit Übungsaufgaben aus Büchern Rechtschreibung, Mathematik, Allgemeinwissen, Logik oder Konzentrationsvermögen üben: Sie vertiefen Ihr Wissen. Und das wird Ihnen in jedem Beruf etwas nützen.

Ausbildung mit oder ohne Einstellungstest – ein Fazit

Auf den ersten Blick mag es einfacher sein, die Zusage für eine Ausbildung ohne Einstellungstest zu bekommen. Schließlich ist eine aussagekräftige und gelungene Bewerbungsmappe schon die halbe Miete. Danach müssen Sie mit dem Vorstellungsgespräch nur noch eine weitere Hürde nehmen.

Doch wenn ein Betrieb auf weitere Tests verzichtet, bekommt die Bewerbung mehr Gewicht. Dann wird nämlich schon im Vorfeld genau geprüft, wer überhaupt zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird. Und wenn es nur ein persönliches Gespräch gibt, haben Sie eben auch nur diese eine Gelegenheit, um den Arbeitgeber von sich zu überzeugen.

Bei einem Einstellungstest müssen Sie in verschiedenen Bereichen unter Beweis stellen, was Sie draufhaben. Doch genau das kann Ihre große Chance sein. Wenn zum Beispiel der schriftliche Test nur mittelmäßig gelaufen ist, können Sie in den mündlichen oder praktischen Teilen wieder Pluspunkte sammeln.

Sie sollten einen Einstellungstest deshalb als Möglichkeit verstehen, sich und Ihr Können zu präsentieren. Und wenn Sie sich die Zeit nehmen und vernünftig vorbereiten, müssen Sie vor dem Test für die Ausbildung keine Angst haben.