Der Sprachteil ist ein Abschnitt, in dem viele Punkte verschenkt werden – nicht weil er schwer wäre, sondern weil kaum jemand dafür übt. Rechtschreibregeln, die man seit der Schule nicht mehr angeschaut hat, entscheiden hier über Punkte. Und der Sprachteil lässt sich in wenigen Tagen spürbar verbessern.
Rechtschreibung und Grammatik
Rechtschreibung ist der Kern des Sprachteils. Dazu kommen Silbentrennung und Wörter richtig trennen – zwei Themen, bei denen viele Bewerber nach Gefühl entscheiden und dabei systematisch danebenliegen.
Diktat
Das Diktat kommt in Behördenverfahren und kaufmännischen Tests regelmäßig vor. Häufiger ist inzwischen das Lückendiktat, bei dem nur einzelne Wörter ergänzt werden – das ist leichter zu bewerten und für Sie leichter zu üben.
Wortschatz und Ausdruck
Fremdwörter und Synonyme erkennen prüfen den aktiven Wortschatz. Sprachstile fragen, ob Sie zwischen förmlicher und umgangssprachlicher Ausdrucksweise unterscheiden können – im öffentlichen Dienst und in der Kundenkorrespondenz eine Alltagsanforderung. Abkürzungen werden vor allem in Verwaltungsverfahren abgefragt.
Freies Schreiben
Manche Verfahren verlangen einen eigenen Text. Aufsätze schreiben beschreibt, worauf die Auswertung achtet: Aufbau und Nachvollziehbarkeit zählen dort mehr als Stil.
Englisch und Rahmenbedingungen
Englisch ist in kaufmännischen und technischen Berufen häufig Teil des Tests. Wie der schriftliche Teil insgesamt abläuft, beschreibt schriftlicher Einstellungstest. Übergreifende Einstiege: Einstellungstest Deutsch und Sprache und Schrift.
Wie Sie trainieren
Schreiben Sie eigene Fehler mit. Fast jeder macht immer wieder dieselben Fehler – wer die kennt und gezielt nacharbeitet, verbessert sich schneller als mit jedem allgemeinen Übungsheft. Einstieg über Übungen.
Worauf die Auswertung achtet
Der Sprachteil wird in den meisten Verfahren rein mechanisch ausgewertet: richtig oder falsch, ohne Ermessensspielraum. Das gilt für Rechtschreibaufgaben, Lückentexte und Fremdwörter gleichermaßen. Nur beim freien Schreiben kommt eine inhaltliche Bewertung hinzu – und dort zählen Aufbau und Verständlichkeit mehr als Stil oder Wortwahl.
Daraus folgt etwas Praktisches: Im Sprachteil gibt es keine Teilpunkte für fast richtig. Ein Wort ist richtig geschrieben oder nicht. Deshalb wirkt gezieltes Nacharbeiten hier so unmittelbar – jede Regel, die Sie schließen, ist ein sicherer Punkt.
Die häufigsten Fehlerquellen
Das oder dass. Der Klassiker, und in fast jedem Testbogen enthalten.
Groß- und Kleinschreibung bei Substantivierungen. Beim Laufen, das Schreiben, im Allgemeinen – hier entscheiden viele nach Gefühl.
Getrennt oder zusammen. Seit der Rechtschreibreform sind mehrere Schreibweisen zulässig, aber nicht alle – und Testbogen fragen bevorzugt die strittigen Fälle ab.
Kommasetzung bei Nebensätzen und Infinitivgruppen. Weniger häufig geprüft, aber im Diktat entscheidend.
Fremdwörter mit ähnlicher Bedeutung. Effektiv und effizient, sensibel und sensitiv, formal und formell – solche Paare sind beliebt, weil sie echtes Verständnis prüfen.
Eine Methode, die wirkt
Führen Sie eine eigene Fehlerliste. Schreiben Sie jedes Wort und jede Regel auf, bei der Sie im Üben danebenlagen, und arbeiten Sie ausschließlich diese Liste durch. Fast jeder macht immer wieder dieselben Fehler. Wer sie kennt und schließt, verbessert sich in wenigen Tagen sichtbar – deutlich schneller als mit einem allgemeinen Übungsheft, das größtenteils aus Regeln besteht, die man ohnehin beherrscht.
Häufige Fragen
Wird ein Diktat noch verlangt? In Behördenverfahren und kaufmännischen Tests kommt es weiterhin vor, häufig als Lückendiktat.
Zählt die Handschrift? Bewertet wird sie in der Regel nicht – sie muss aber lesbar sein, sonst gilt ein Wort als falsch.
Hilft Lesen bei der Vorbereitung? Langfristig ja, besonders beim Wortschatz. Kurzfristig bringt gezieltes Regeltraining mehr.
Wenn Deutsch nicht Ihre Erstsprache ist
Der Sprachteil ist dann die größte Hürde – und zugleich der Bereich, in dem systematisches Arbeiten am stärksten wirkt. Konzentrieren Sie sich auf die Regeln, die im Test tatsächlich geprüft werden, statt auf allgemeines Sprachtraining: das oder dass, Großschreibung substantivierter Verben, die häufigsten Fremdwortpaare. Lesen Sie täglich einen längeren Zeitungstext und schreiben Sie unbekannte Wörter mit. Behördenverfahren prüfen überwiegend Standardsprache, keine Feinheiten – wer die Grundregeln sicher beherrscht, kommt gut durch.
Weitere Testgebiete finden Sie in der Übersicht.
Wer hinter diesen Inhalten steht
Ömer Bekar, Gründer von einstellungstest-fragen.de, entwickelt individualisierte Testverfahren für Behörden und Unternehmen und koordiniert das Zusammenspiel von Trainern, Coaches und Fachautoren.
Fachlich geprüft werden die Inhalte von Werner von Rappard – Assessment Center und Führungskräfteentwicklung, Leiter der Vorbereitungskurse in Bremen – und Sebahat Günsch, die im Profiling arbeitet und Bewerber sowie Führungskräfte im mittleren und gehobenen Dienst trainiert; sie verantwortet die psychologischen Testteile und das Auswahlgespräch.
Wir sind kein Verlag: Die Aufgaben entstehen aus unserer Arbeit an Testverfahren für Behörden und Unternehmen und bilden Aufgabentypen und Anforderungsniveaus ab – keine Originalfragen. Wie eine Aufgabe entsteht, wer sie prüft und was wir ausdrücklich nicht behaupten, steht auf der Seite Methodik.