Der Intelligenzteil ist der Abschnitt, vor dem viele Bewerber besonders viel Respekt haben – und zugleich einer, in dem Training schnell wirkt. Denn geprüft wird nicht Wissen, sondern das Erkennen von Mustern. Wer die gängigen Aufgabentypen kennt, löst sie erheblich schneller als jemand, der sie zum ersten Mal sieht.
Was ein Intelligenzstrukturtest misst
Der Begriff Intelligenztest ist im Auswahlverfahren irreführend: Gemessen wird kein IQ, sondern die Leistung in klar abgegrenzten Teilbereichen – sprachlich, rechnerisch, räumlich und schlussfolgernd. Grundlagen dazu in Denkvermögen und schlussfolgerndes Denken.
Zahlen und Rechnen
Zahlenreihen gehören zu den häufigsten Aufgabentypen. Dazu kommen Mathematik allgemein, Matheaufgaben lösen, Zahlenverständnis, Textaufgaben, Maße und Gewichte, Maßeinheiten umrechnen, Zinsrechnung, Prozentrechnen im Kopf und Schätzaufgaben.
Logik in Bildern und Symbolen
Figurenreihen, Grafik-Analogien, Dominoserien und Zahlenkombinationen. Diese Aufgaben wirken beim ersten Kontakt willkürlich und folgen tatsächlich einer überschaubaren Zahl von Bildungsregeln.
Sprachgebundene Logik
Verbale Intelligenz und logische Schlussfolgerungen prüfen, ob Sie Beziehungen zwischen Begriffen erkennen. Angrenzend: Wissensfragen.
Wie Sie trainieren
Arbeiten Sie nach Aufgabentyp, nicht nach Testheft. Nehmen Sie sich einen Typ vor, lösen Sie zwanzig Aufgaben davon am Stück und schauen Sie sich jede falsche Lösung genau an – der Lerneffekt steckt in der Bildungsregel, nicht in der Anzahl. Erst wenn ein Typ sitzt, zum nächsten wechseln. Einstieg über Aufgabentypen und Übungen.
Wie diese Aufgaben konstruiert sind
Fast alle Aufgaben im Intelligenzteil folgen einer begrenzten Zahl von Bildungsregeln. Bei Zahlenreihen sind das im Kern: Addition oder Subtraktion mit gleichbleibendem Wert, Multiplikation oder Division, wechselnde Rechenarten im Wechsel, zwei ineinander verschachtelte Reihen, und Reihen, in denen die Differenz selbst eine Reihe bildet. Wer diese fünf Muster kennt und der Reihe nach durchprüft, löst die meisten Aufgaben deutlich schneller.
Bei Figurenreihen und Grafik-Analogien sind es ähnlich wenige Prinzipien: Drehung, Spiegelung, Hinzufügen oder Wegnehmen von Elementen, Farb- oder Füllwechsel, Positionsverschiebung. Auch hier hilft eine feste Reihenfolge beim Prüfen mehr als Intuition.
Der wichtigste Unterschied zu anderen Testteilen
Anders als beim Allgemeinwissen lässt sich hier nichts nachschlagen – und anders als bei der Konzentration entscheidet nicht Ausdauer, sondern Mustererkennung. Das macht den Intelligenzteil zu einem Gebiet, in dem gezieltes Training schnell sichtbar wird. Bewerber, die vorher noch nie eine Dominoserie gesehen haben, verlieren dort Zeit, nicht weil sie es nicht könnten, sondern weil sie das Prinzip erst im Test entdecken müssen.
Häufige Fehler
Zu lange an einer Aufgabe bleiben. In fast allen Verfahren zählt die Zahl der richtigen Lösungen, nicht die Reihenfolge. Eine ungelöste Aufgabe kostet einen Punkt, fünf Minuten Festbeißen kosten fünf.
Raten ohne System. Wenn Sie raten müssen, schließen Sie zuerst die offensichtlich falschen Antworten aus – das verbessert die Trefferquote erheblich.
Nur die leichten Typen üben. Wer Zahlenreihen mag und Grafik-Analogien meidet, wird im Test genau dort verlieren.
Häufige Fragen
Kann man Intelligenz trainieren? Die zugrunde liegende Fähigkeit nur begrenzt – die Testleistung dagegen deutlich. Das ist kein Widerspruch: Gemessen wird die Lösung bestimmter Aufgabentypen unter Zeitdruck, und beides ist übbar.
Wird ein IQ-Wert ermittelt? In Auswahlverfahren in der Regel nicht. Ausgewertet werden Punktwerte je Testteil, oft im Vergleich zur Bewerbergruppe.
Was, wenn Mathematik nie meine Stärke war? Der Rechenteil prüft Schulstoff der Mittelstufe, kein höheres Niveau. Wer Dreisatz, Prozentrechnung und Bruchrechnen wieder sicher beherrscht, deckt den größten Teil ab.
Reihenfolge im Test
Bearbeiten Sie einen Block immer in zwei Durchgängen. Im ersten lösen Sie alles, was Sie sofort sehen, und markieren den Rest. Im zweiten gehen Sie zurück. Das klingt banal und ist der wirksamste einzelne Kniff in diesem Testteil: Es verhindert, dass eine schwere Aufgabe am Anfang die Zeit für fünf leichte am Ende auffrisst. Wichtig ist nur, die Markierungen sauber zu setzen – und beim Antwortbogen auf die Zeilennummerierung zu achten, wenn Sie Aufgaben überspringen.
Weitere Testgebiete finden Sie in der Übersicht.
Wer hinter diesen Inhalten steht
Ömer Bekar, Gründer von einstellungstest-fragen.de, entwickelt individualisierte Testverfahren für Behörden und Unternehmen und koordiniert das Zusammenspiel von Trainern, Coaches und Fachautoren.
Fachlich geprüft werden die Inhalte von Werner von Rappard – Assessment Center und Führungskräfteentwicklung, Leiter der Vorbereitungskurse in Bremen – und Sebahat Günsch, die im Profiling arbeitet und Bewerber sowie Führungskräfte im mittleren und gehobenen Dienst trainiert; sie verantwortet die psychologischen Testteile und das Auswahlgespräch.
Wir sind kein Verlag: Die Aufgaben entstehen aus unserer Arbeit an Testverfahren für Behörden und Unternehmen und bilden Aufgabentypen und Anforderungsniveaus ab – keine Originalfragen. Wie eine Aufgabe entsteht, wer sie prüft und was wir ausdrücklich nicht behaupten, steht auf der Seite Methodik.