
Kognitive Testverfahren können sehr vielfältig sein.
Bei der Auswahl geeigneter Bewerber/-innen setzen einige Arbeitgeber einen Einstellungstest ein, der neben Wissenstests auch Tests zur kognitiven Leistungsfähigkeit enthält. Doch was ist ein kognitiver Test? Welche Aufgaben kommen darin vor? Und wie können Sie sich darauf vorbereiten?
Grundsätzlich soll ein Einstellungstest dabei helfen, Ihre fachliche und persönliche Eignung für den angestrebten Beruf einzuschätzen. Er soll dazu beitragen, festzustellen, ob Sie den Anforderungen gewachsen sind, die die Tätigkeit mit sich bringt. Ein Baustein in diesem Zusammenhang können kognitive Tests sein.
Testverfahren zur allgemeinen kognitiven Leistungsfähigkeit sind eine Form von Intelligenztests. Es geht aber nicht darum, Ihren Intelligenzquotienten (IQ) zu messen. Stattdessen stehen Aspekte wie sprachliches, numerisches, logisches, visuelles oder abstraktes Denken im Mittelpunkt.
Was ist ein kognitiver Test?
Im Auswahlverfahren zielen kognitive Tests darauf ab, die intellektuelle Leistungsfähigkeit zu messen. Denn das geistige Potenzial und der berufliche Erfolg hängen zusammen. Durch die Testergebnisse kann der Arbeitgeber deshalb einschätzen, ob Sie die Grundlagen mitbringen, um in der Ausbildung und später im Job erfolgreich zu sein.
Weil die eingesetzten Testverfahren standardisiert und objektiv sind, können Ihre Leistungen sachlich ausgewertet und gleichzeitig gut mit den Ergebnissen anderer Bewerber/-innen verglichen werden. Allerdings handelt es sich letztlich immer nur um eine Momentaufnahme. Wie viel Entwicklungspotenzial in Ihnen steckt, kann ein kognitiver Test zum Beispiel nicht ermitteln.
Abgrenzung zu Wissenstests und Persönlichkeitstests
Ein kognitiver Test prüft die intellektuellen, also geistigen Fähigkeiten. Im Unterschied dazu geht es bei einem Wissenstest um Kenntnisse, die Sie erworben haben. Reine Wissensfragen beziehen sich somit auf Inhalte, die Sie irgendwann gelernt haben oder sich durch klassisches Lernen aneignen können. Mathematische Formeln, Rechtschreibung oder geschichtliche Daten zum Beispiel sind Beispiele für Wissen.
Bei kognitiven Tests reicht es nicht aus, vorhandenes Wissen abzurufen. Stattdessen kommt es darauf an, dass Sie Ihre Fertigkeiten nutzen, um die Informationen zu erfassen, zu verarbeiten und für die Lösung einzusetzen.
Persönlichkeitstests hingegen beleuchten charakterliche Merkmale. Sind Sie offen oder eher zurückhaltend? Fühlen Sie sich im Team oder alleine wohler? Wie steht es um Dinge wie Ehrgeiz, Durchsetzungsvermögen, Flexibilität, Führungsstärke oder Kritikfähigkeit? Anders als bei Wissensfragen und in kognitiven Tests gibt es bei Persönlichkeitstests keine richtigen oder falschen Antworten. Denn hier geht es um die Eigenschaften, die Sie als Person ausmachen.
Welche Inhalte hat ein kognitiver Test?
Generell umfasst ein kognitiver Test verschiedene Einzeltests, die unterschiedliche Merkmale prüfen. Weil der Test verschiedene Bereiche abdecken kann, wird auch von einem Intelligenzstrukturtest gesprochen. Die inhaltlichen Schwerpunkte sind auf den Arbeitgeber, die Branche und das Berufsbild abgestimmt. Schließlich brauchen Sie für einen Bürojob in der Verwaltung andere Kompetenzen und Fertigkeiten als bei einer Tätigkeit im Bauwesen, in einem technischen Beruf oder im Medizinbereich. Trotzdem sind die Inhalte vergleichbar.
Zu den typischen Fähigkeiten, die getestet werden, gehören unter anderem das logische Denken, das Zahlenverständnis und die verbale Intelligenz. Aber auch das Konzentrationsvermögen, die Bearbeitungsgeschwindigkeit und die Merkfähigkeit sind gängige Testbereiche.
Tests zum Denkvermögen
Bei den Aufgaben zum logischen Denken geht es darum, Informationen zu erfassen, Regeln zu erkennen, Zusammenhänge herzustellen und die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Dabei können die Inhalte in verschiedenen Formen dargestellt werden. Neben Zahlen, Buchstaben oder Texten sind zum Beispiel Listen und Tabellen oder Diagramme denkbar.
Testfragen zum numerischen Denken prüfen Ihr Zahlenverständnis. Auch hier geht es darum, Muster zu durchschauen oder zahlenbasiert zu denken. Typische Aufgaben sind Zahlenreihen, die Sie vervollständigen sollen, oder Zahlenfelder, in denen Sie bestimmte Ziffern finden müssen. Kettenrechnungen oder Textaufgaben sind ebenfalls möglich.
Die verbale Intelligenz zielt auf das sprachliche Denken ab. Die Aufgaben sehen zum Beispiel vor, dass Sie Synonyme finden, Oberbegriffe zuordnen, Satzanfänge fortführen, Wörter aus durcheinandergewirbelten Buchstaben bilden oder Wortpaare ergänzen.
Das räumliche Denken kann ebenfalls Teil eines kognitiven Tests sein. Bei den Aufgaben gilt es, Objekte zu drehen, Faltvorlagen zuzuordnen oder Puzzlestücke zusammenzusetzen.
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Merkfähigkeit und Konzentration
Um Ihre Merkfähigkeit zu testen, werden Ihnen verschiedene Inhalte gezeigt, die Sie sich genau anschauen und einprägen sollen. Die Inhalte können Wörter, Zahlen, Figuren, Fotos oder auch Steckbriefe und Lebensläufe sein. Anschließend sollen Sie die Inhalte, die Sie sich gemerkt haben, wiedergeben oder Fragen dazu beantworten.
Eine weitere Aufgabengruppe befasst sich mit dem Konzentrationsvermögen und der Bearbeitungsschnelligkeit. Oft sollen Sie dazu Daten nach bestimmten Kriterien bearbeiten oder einfache Rechenaufgaben lösen. Die Schwierigkeit dabei sind weniger die Aufgaben. Denn diese sind ziemlich leicht. Stattdessen wird der Zeitdruck zur Herausforderung. Um möglichst viele Fragen zu schaffen, müssen Sie sich gut konzentrieren, systematisch vorgehen und sehr zügig arbeiten.
Beispielaufgaben
Damit Sie sich die Inhalte eines kognitiven Tests besser vorstellen können, zeigen wir Ihnen drei Beispielaufgaben!
1. Wie geht die Zahlenreihe weiter?
6 – 8 – 11 – 13 – 16 – 18 – ?
a) 20
b) 21
c) 22
d) 23
Lösung: b
Erklärung: Diese Zahlenreihe basiert auf der Regel „+ 2, +3“. Sie addieren also abwechselnd 2 und 3 zu den Ziffern.
2. Eine Melone wiegt 800 Gramm. Wenn Sie die Melone in vier Teile zerschneiden, wiegen drei Teile zusammen genauso viel wie der vierte Teil. Wie schwer ist das schwerste Stück?
a) 200 Gramm
b) 300 Gramm
c) 400 Gramm
d) 600 Gramm
Lösung: c
Erklärung: Statt aufwändig zu rechnen, sollten Sie an diese Aufgabe logisch herangehen. Wenn drei Teile der Melone zusammen das gleiche Gewicht haben wie der vierte Teil, bilden die drei Teile die eine Hälfte und der vierte Teil die andere Hälfte. Folglich müssen Sie das Gewicht der Melone nur halbieren, um zur Lösung zu kommen.
3. Alle Stiefel sind verheiratet. Alle Verheirateten sind blond. Welche Schlussfolgerung daraus stimmt?
a) Manche Stiefel sind ledig.
b) Alle Blonden sind Stiefel.
c) Alle Stiefel sind blond.
Lösung: c
Erklärung: Wenn alle Stiefel verheiratet sind und zugleich alle, die verheiratet sind, blonde Harre haben, dann müssen alle Stiefel blond sein. Sonst wären die beiden Bedingungen nicht erfüllt.
Wie kann ich mich auf kognitive Tests vorbereiten?
Wie umfangreich ein kognitiver Test ausfällt und welche Aufgaben er enthält, ist je nach Auswahlverfahren verschieden. Insgesamt ist der Aufbau aber ähnlich. Meistens findet der Einstellungstest computergestützt statt, entweder beim Arbeitgeber vor Ort oder als Online-Test von daheim aus.
Innerhalb einer bestimmten Zeit müssen Sie dann möglichst viele Fragen beantworten. Möglichst viele Fragen deshalb, weil die Testverfahren üblicherweise so angelegt sind, dass es nicht möglich ist, alle Aufgaben zu lösen. Dieser zusätzliche Zeitdruck soll ermitteln, wie belastbar Sie sind und wie gut Sie mit Stress zurechtkommen.
Durch eine gezielte Vorbereitung können Sie Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten verbessern. Gleichzeitig können Sie sich an die Prüfungssituation gewöhnen. Beides trägt dazu bei, dass Sie gelassener und ruhiger zum Test antreten können.
Beispielaufgaben als effektivstes Training
Im Vorfeld können Sie natürlich nicht wissen, welche Aufgaben konkret vorkommen werden. Aber das macht nichts. Denn bei der Vorbereitung auf einen kognitiven Test geht es nicht darum, Inhalte auswendig zu lernen. Das Ziel ist vielmehr, dass Sie sich mit den verschiedenen Aufgabenarten vertraut machen. Wenn Sie die unterschiedlichen Aufgabentypen kennen und wissen, wie sie funktionieren, können Sie Ihre Aufmerksamkeit direkt auf das Lösen fokussieren.
Zur Vorbereitung sollten Sie deshalb Übungsaufgaben aus den verschiedenen Kategorien und auch ganze Mustertests durcharbeiten. Haben Sie die einzelnen Aufgabenarten verstanden, sollten Sie sich ein zeitliches Limit setzen. Dadurch bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie schnell Sie vorgehen sollten.
Begleitende Maßnahmen
Neben einem gezielten Training mit Übungsaufgaben helfen auch weitere Maßnahmen bei der Vorbereitung auf einen kognitiven Leistungstest. So können Sie im Alltag immer mal wieder Rechenaufgaben im Kopf lösen und das Einmaleins wiederholen, um Ihr Zahlenverständnis zu schulen. Ihr verbale Intelligenz fördern Sie, indem Sie regelmäßig lesen und Kreuzworträtsel lösen.
Spiele wie „Memory“ oder „Ich packe meinen Koffer“ sind gut geeignet, um Ihre Merkfähigkeit und Ihr Konzentrationsvermögen zu verbessern. Fehlersuchbilder und Wimmelbildspiele schärfen Ihren Blick für Details. Auch das Mitraten bei Quizsendungen bringt Ihre grauen Zellen in Schwung.
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