Handel

Einstellungstest Angestellte

Aktualisiert am 28. September 2026 von Ömer Bekar

Angestellte Einstellungstest
Angestellte sind in den verschiedensten Branchen tätig.

Welche Instrumente und Verfahren ein Arbeitgeber bei der Personalauswahl einsetzt, entscheidet er selbst. Manchmal bleibt es deshalb bei einem Vorstellungsgespräch, vielleicht ergänzt durch ein Probearbeiten oder ein Praktikum. In anderen Fällen findet ein Auswahlverfahren statt, das einen Eignungstest oder ein Assessment-Center enthält. Bevor aus Bewerbern Angestellte werden, steht also oft erst einmal ein Einstellungstest auf dem Programm.

Einstellungstest Angestellte

Bei vielen arbeitsrechtlichen Fragen spielte früher eine große Rolle, ob Beschäftigte als Arbeiter oder als Angestellte eingestuft waren. Im Rahmen einer schrittweisen Gleichstellung wurden die Unterschiede bis 2005 zwar gesetzlich abgeschafft. Trotzdem wird auch heute noch von Angestellten gesprochen. Was also waren und sind Angestellte? Und was bedeutet das mit Blick auf einen möglichen Einstellungstest?

Was sind Angestellte?

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist oft von Angestellten die Rede. Gemeint sind damit Mitarbeiter, die bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, nach dessen Anweisungen arbeiten und im Gegenzug für ihre Arbeitsleistung ein regelmäßiges Arbeitsentgelt bekommen.

Früher wurden solche Beschäftigten noch einmal in zwei Gruppen unterteilt, nämlich in Angestellte und in Arbeiter. Dabei kennzeichneten sich Angestellte durch diese Merkmale:

  • Angestellte übernahmen in erster Linie geistige Tätigkeiten. Sie arbeiteten überwiegend im Büro oder in der Verwaltung. Zu den kaufmännischen Angestellten gehörten zum Beispiel Bürokaufleute und Buchhalter, zu den technischen Angestellten etwa Ingenieure oder Physiker.
  • Angestellte waren in privatwirtschaftlichen Unternehmen und im öffentlichen Dienst tätig. Im öffentlichen Dienst gab es Angestellte, für die ein Tarifvertrag galt, und außertarifliche Angestellte, die einen individuellen Arbeitsvertrag geschlossen hatten.
  • Angepasst an die jeweilige Arbeitsleistung erhielten Angestellte ein festes Monatsgehalt.
  • Die Kündigungsfrist für das Arbeitsverhältnis betrug sechs Wochen.
  • Für die Rentenversicherung war die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte zuständig.

Im Unterschied dazu arbeiteten Arbeiter in erster Linie körperlich. Dadurch war ihr sozialer Status niedriger. Die Vergütung erfolgte durch einen Stunden-, Wochen-, Stück- oder Akkordlohn. Auch die Löhne der Arbeiter waren niedriger als die Gehälter der Angestellten. Die Kündigungsfrist betrug nur zwei Wochen und für die Rentenversicherung waren die Landesversicherungsanstalten zuständig.

Die Aufhebung der Unterschiede

Im Laufe der Zeit wurden die Arbeitsbedingungen von Arbeitern und Angestellten immer ähnlicher. Während die Automatisierung die körperliche Arbeit erleichtert, bedienen Arbeiter regelmäßig Maschinen und Anlagen, die teils hochkomplexe geistige Arbeit erfordern. Andersherum müssen zum Beispiel technische Angestellte Maschinen auch warten und reparieren können.

Bis die Gruppen der Beschäftigten gleichgestellt waren, verging aber eine sehr lange Zeit. Über die Jahrzehnte hob der Gesetzgeber Unterschiede in den Sozialversicherungen auf, glich die Renten an und reformierte das Betriebsverfassungsgesetz. Außerdem entstanden immer mehr gemeinsame Manteltarifverträge. Der letzte noch verbliebene Schritt zur endgültigen Gleichstellung erfolgte im Jahr 2005 mit dem Gesetz zur Organisationsreform in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Und heute?

Natürlich können wir nach wie vor von Angestellten sprechen. Die Bezeichnung stimmt noch immer. Nur gibt es eben keine förmliche Abgrenzung mehr zwischen Angestellten und Arbeitern.

Trotzdem gibt es andere Begriffe, die ein Beschäftigungsverhältnis oft etwas genauer beschreiben. So verwenden Tarifverträge wie der TVöD die Bezeichnung Beschäftigte als einheitlichen Oberbegriff für Arbeiter und Angestellte. Beamte zählen nicht dazu, denn für sie gelten keine Tarifverträge.

Ansonsten werden die Begriffe Beschäftigte und Arbeitnehmer oft synonym verwendet. Dabei zählen alle zu Arbeitnehmern, die einem Arbeitgeber auf Basis eines Arbeitsvertrags ihre Arbeitskraft gegen ein Entgelt zur Verfügung stellen. Ihnen stehen in diesem Sinne Selbstständige, aber auch Beamte, Soldaten und Richter gegenüber. Beamte, Soldaten und Richter stehen dabei in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis.

Ein weiterer Begriff lautet Erwerbstätige. Dazu zählen alle, die mindestens eine Stunde pro Woche beruflich tätig sind. Die Art des Beschäftigungsverhältnisses spielt dabei keine Rolle.

Welche Inhalte hat ein Einstellungstest für künftige Angestellte?

So etwas wie einen einheitlichen Einstellungstest für Angestellte gibt es nicht. Denn zum einen legt jeder Arbeitgeber selbst fest, ob er überhaupt einen Einstellungstest einsetzt und wenn ja, wie er diesen gestaltet. Zum anderen ist so ein Test immer auf die jeweilige Tätigkeit zugeschnitten. Doch weil Angestellte in allen Branchen tätig werden und die unterschiedlichsten Berufe ausüben können, kann es auch sehr verschieden sein, welche Kompetenzen Sie mitbringen sollten.

Andererseits ähneln sich die Tests sehr. Das liegt daran, dass ein Einstellungstest zwar Ihre fachliche Eignung ermitteln soll, aber kein berufsspezifisches Fachwissen abfragt. Es geht vielmehr um grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Beruf gefragt sind.

Gehen wir davon aus, dass Angestellte überwiegend im Büro arbeiten, prüft der Einstellungstest also die allgemeinen Grundlagen, die für solche Tätigkeiten notwendig sind. Zu den typischen Inhalten gehören deshalb:

Deutsch und Mathe

Die deutsche Sprache nimmt im Einstellungstest für Angestellte viel Raum ein. Denn im Berufsalltag müssen Sie sicher mit Kollegen und Kunden kommunizieren können. Im Test kommen verschiedene Aufgaben zu Rechtschreibung, Grammatik und Wortschatz vor. Darin sollen Sie zum Beispiel die richtige Schreibweise erkennen, Wörter zuordnen oder Fremdwörter übersetzen.

Manchmal schreiben Sie auch ein Diktat oder füllen einen Lückentext auf. Daneben ist es möglich, dass Sie einen vorgegebenen Text bearbeiten, indem Sie diesen in eigenen Worten zusammenfassen oder Fragen dazu beantworten.

Im Beruf haben Sie regelmäßig mit Zahlen zu tun, etwa wenn Sie Rechnungen erstellen, Beiträge berechnen oder Geschäftszahlen auswerten. Der Test überprüft Ihre rechnerischen Fähigkeiten auf Basis Ihres Schulwissens. In den Aufgaben geht es um die Grundrechenarten, den Dreisatz und die Zins- und Prozentrechnung. Manche Aufgaben sind klassische Textaufgaben, andere Übungen bestehen aus Kettenrechnungen oder Schätzaufgaben.

Allgemein- und Fachwissen

Fragen zum Allgemeinwissen ermöglichen einerseits, Ihren Bildungsstand einzuschätzen. Andererseits lassen sie Rückschlüsse darauf zu, ob Sie vielseitig interessiert, aufgeschlossen und lernbereit sind.

Im Einstellungstest können die Wissensfragen die verschiedensten Themenbereiche abdecken. Bezogen auf den Beruf sollten Sie mit einigen Fragen zu Wirtschaft und Politik rechnen. Dazu können Fragen aus Bereichen wie Geschichte, Erdkunde und Landeskunde, Technik, EDV und IT, aber auch den Naturwissenschaften, Kunst und Kultur kommen.

Möglich ist auch, dass etwas Fachwissen abgefragt wird. Diese Fragen gehen aber nicht tief ins Detail, sondern behandeln die Inhalte in vereinfachter und allgemeiner Form. Wenn Sie wesentliche Fachbegriffe und grundlegende Abläufe aus Ihrem künftigen Berufsumfeld kennen, sind Sie gut aufgestellt.

Logik und Konzentration

Aufgaben zum logischen Denken und zum Konzentrationsvermögen sind ebenfalls feste Bestandteile im Einstellungstest für Angestellte. Diese Aufgaben sollen prüfen, ob Sie Inhalte erfassen, Muster erkennen und Zusammenhänge herstellen können. Außerdem sollen sie testen, ob Sie auch unter Anspannung und Zeitdruck konzentriert, strukturiert und aufmerksam vorgehen.

Die Aufgaben zur Logik sehen zum Beispiel vor, dass Sie Zahlenreihen fortsetzen, Symbole zuordnen oder Figuren auswerten. Manchmal sollen Sie Matrizen auffüllen oder Grafikanalogien bilden, in anderen Aufgaben logische Schlussfolgerungen ziehen. Um Ihre Konzentrationsfähigkeit zu testen, sollen Sie unter anderem Tabellen auf Fehler überprüfen oder bestimmte Elemente in langen Listen markieren. Möglich ist auch, dass Sie sich bestimmte Daten oder Bilder einprägen und später wiedergeben sollen.

Trainieren Sie mit Übungsaufgaben!

Auf den Einstellungstest können Sie sich am besten vorbereiten, indem Sie Beispielaufgaben bearbeiten. Auf diese Weise lernen Sie die verschiedenen Aufgabenarten kennen und machen sich damit vertraut, wie die Übungen aussehen. Außerdem frischen Sie Ihr Wissen auf. Setzen Sie sich beim Lösen ein zeitliches Limit, gewöhnen Sie sich auch gleich an den Zeitdruck beim Test. So sind Sie bestens für den Test gewappnet!

Beispielaufgaben aus dem Einstellungstest für Angestellte

1. Welche Schreibvarianten sind zulässig?

 

a) Frisörsalon
b) Friseursalon
c) Friseörsalon
d) Frisöhrsalon

 

2. Welche Schreibweise stimmt?

 

einstellungstest-angestellte1

 

3. Bitte setzen Sie die fehlenden Kommas. Sollten die Rechtschreibregeln das Setzen eines Kommas freistellen, markieren Sie dies bitte durch eine Klammer.

Anstatt zu arbeiten trank er eine Tasse Kaffee.
Er braucht sich nicht zu rechtfertigen.
Es scheint ihr endlich wieder besser zu gehen.
Sie rieten mir nicht darauf zu achten.

 

4. Wie geht die Zahlenreihe weiter?

3   10   24   52   ?

 

a) 104
b) 106
c) 108
d) 112

 

5. Wie heißt die Landeshauptstadt von Niedersachsen?

 

a) Braunschweig
b) Hannover
c) Oldenburg
d) Osnabrück

 

6. Das Gesetz besagt, dass in Deutschland ein Abgeordneter wem gegenüber verantwortlich ist?

 

a) seinem Gewissen
b) dem Parteivorsitzenden
c) dem Bundeskanzler
d) dem Landtag

 

7. Wenn mehrere Parteien ein Bündnis eingehen, um eine Regierung zu bilden, spricht man von … ?

 

a) einer Fusion
b) einer Koalition
c) einem Kabinett
d) einer Konzentration

 

8. Der Vietnamkrieg endete im … ?

 

a) Januar 1953
b) Juli 1964
c) April 1975
d) Oktober 1981

 

9. 800 wurde Karl der Große zum Kaiser gekrönt. In welcher Stadt?

 

a) Athen
b) Kairo
c) Rom
d) Trier

 

10. Wer war Clara Schumann?

 

a) die erste Lehrerin in Deutschland
b) eine deutsche Politikerin, die sich für das Frauenwahlrecht einsetzte
c) eine Schriftstellerin
d) eine deutsche Komponistin und Pianistin

Einstellungstest Angestellte Lösungen:

1.) a,b
2.) a
einstellungstest-angestellte11
4.) c (Lösung plus 2 mal 2)
5.) b
6.) a
7.) b
8.) c
9.) c
10.) d

Alle Themen dazu im Überblick: Einstellungstest für kaufmännische Berufe

Wo stehst du gerade?

Mach den Gratis-Probetest mit 54 Aufgaben oder übe gezielt ein Testgebiet – mit Lösung und Erklärung zu jeder Aufgabe.