Vorstellungsgespräch Stärken und Schwächen
Vorstellungsgespräch Stärken und Schwächen
Zu den absoluten Standards in jedem Vorstellungsgespräch gehört die Frage nach den Stärken und den Schwächen. Einige Personaler fragen gezielt, worin der Bewerber seine Stärken und seine Schwächen sieht, andere Personaler bitten ihn, seine drei größten Stärken und Schwächen zu nennen. Wieder andere Personaler fragen nicht direkt, sondern bitten den Bewerber einzuschätzen, welche Plus- und Minuspunkte andere Personen wie beispielsweise der letzte Arbeitgeber, Arbeitskollegen, Lehrer, Familienmitglieder oder Freunde nennen würden.
Die Angabe von Stärken im Vorstellungsgespräch
Bei der Angabe von Stärken ist etwas Diplomatie gefragt, denn der Bewerber sollte seine Pluspunkte zwar einerseits selbstbewusst und überzeugend präsentieren, andererseits aber auch seine Fähigkeit, sich selbstkritisch und realistisch einschätzen zu können, aufzeigen. Grundsätzlich bleibt es dabei dem Bewerber überlassen, ob er Charaktereigenschaften, fachliche Kompetenzen oder eine Kombination aus diesen beiden als Stärken benennt.
In Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch sollte sich der Bewerber überlegen, welche Pluspunkte ihn auszeichnen. Aus dieser Aufstellung sollte er dann solche Stärken auswählen, die zu dem Anforderungsprofil der Stelle passen, und konkrete Beispiele suchen, die die Stärken begründen und belegen. Es reicht nicht aus, Stärken einfach nur aufzuzählen, denn auf bloße Behauptungen wird der Gesprächspartner mit Nachfragen reagieren.
Beispiele für Stärken mit passenden Begründungen wären:
1.) Teamfähigkeit, die mithilfe der Arbeitsweise beim letzten Arbeitgeber, Gruppenarbeiten in der Schule oder Freizeitaktivitäten belegt werden kann.
2.) Motivation und Engagement. Diese Stärken bieten die Möglichkeit, fachliche Kompetenzen mit persönlichen Interessen zu verbinden, beispielsweise wenn sich der Bewerber für Fremdsprachen, den Computer oder stellenrelevante Bereiche interessiert und freiwillig Kurse und Fortbildungen zu diesen Themen besucht hat.
3.) Zuverlässigkeit, Flexibilität oder eine rasche Auffassungsgabe, die ebenfalls mit Aussagen des letzten Arbeitgebers in Zeugnissen oder mit privaten Aktivitäten bestätigt werden können.
4.) Verantwortungsbereitschaft und Pflichtgefühl. Schüler können hier beispielsweise erläutern, dass sie häufig auf ihre kleineren Geschwister aufpassen, sich eigenverantwortlich um ein Haustier kümmern oder bestimmte Aufgaben in der Schule oder im Verein übernommen haben.
5.) Kommunikationsstärke, Offenheit, Kontaktfreude und die Fähigkeit, auf fremde Menschen zuzugehen. Bei diesen Stärken kann der Bewerber sogar in die Offensive gehen und den Personaler mit einer nicht alltäglichen Begründung überraschen, indem er diese Stärken nämlich mit dem aktuellen Gespräch begründet.
Die Angabe von Schwächen im Vorstellungsgespräch
Den meisten Bewerbern fällt es leichter, Stärken anzugeben, als Schwächen zu nennen. Die Frage nach den Schwächen verfolgt jedoch grundsätzlich zwei Ziele. So möchte der Personaler einerseits sehen, wie gut sich der Bewerber selbst einschätzen kann und inwieweit er bereit ist, an seinen Schwächen zu arbeiten. Andererseits möchte er in Erfahrung bringen, wie der Bewerber in Situationen reagiert, die ihm unangenehm sind und Stress sowie Druck für ihn bedeuten. Grundsätzlich gibt es drei Strategien, die bei der Angabe von Schwächen in Frage kommen.
1. Der Bewerber kann versuchen, solche Schwächen zu nennen, die keine echten Schwächen, sondern vielmehr typisch menschliche Eigenschaften sind, die sich genauso gut auch positiv auswirken können. Beispiele hierfür wären Perfektionismus, Ungeduld oder die Neigung, mehrere Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen. Allerdings kennen Personaler diese Strategie in- und auswendig.
2. Der Bewerber kann Schwächen nennen, die nichts mit der angestrebten Stelle zu tun haben. So kann er beispielsweise angeben, dass er nicht musikalisch ist oder ihm Bastelarbeiten nicht liegen. Daneben kann der Bewerber versuchen, der Frage auszuweichen, indem er sagt, dass seine Schwäche darin liegt, dass er sich unangenehmen Fragen gerne entzieht oder den Personaler mit seinen Stärken überzeugen möchte. Allerdings muss der Bewerber hier mit Nachfragen und einer eher kritischen Bewertung rechnen.
3. Der Bewerber kann solche Schwächen angeben, die tatsächlich vorhanden sind. Zeigt sein Lebenslauf, dass er wenig praktische Berufserfahrung hat, Fremdsprachen nur mäßig beherrscht oder nur wenig Erfahrung mit bestimmten Computeranwendungen mitbringt, kann er auch dies als Schwächen angeben. Wichtig dabei ist aber, aufzuzeigen, dass der Bewerber bereit ist, an seinen Schwächen zu arbeiten, und nur solche Punkte zu nennen, die nicht zu den Grundvoraussetzungen für eine Zusage gehören.