Ganz grundsätzlich betrachtet gibt es diese Reihenfolge: Der Interessent bewirbt sich via Initiativbewerbung bei einem Unternehmen oder direkt auf eine ausgeschriebene Stelle. Ist die Deadline für die Bewerbungen abgelaufen, werden alle Bewerbungen geprüft und in einem ersten Auswahlverfahren aussortiert. Das heißt auch: Diejenigen, die sehr gut zum Anforderungsprofil passen, kommen in die zweite Runde des Auswahlverfahrens. Diejenigen, die vielleicht nur in ein bis zwei Punkten vom Anforderungsprofil abweichen, werden auch noch eingeladen – der Rest erhält eine Absage. Wie groß die Abweichungen vom Anforderungsprofil sein dürfen bzw. wie durchlässig die Ausweichverfahren sind, ist abhängig von der Branche, vom Unternehmen und von der Stelle – letztlich aber entscheidet immer der Rücklauf, wie streng es beim Auswahlverfahren zugeht. Ein Beispiel: Gibt es keine Bewerbung, die zu 100 Prozent passt, rücken entsprechend viele derjenigen nach, die ein, zwei, drei oder gar vier Abweichungen vom Anforderungsprofil haben, um die Auswahl dennoch zu ermöglichen. Wenn keine Not besteht, eine Stelle zu besetzen, kann es auch passieren, dass alle Bewerber eine Absage erhalten und die Stelle noch einmal neu ausgeschrieben wird. Welche Einstellungstest Bewerbung letztlich zum Erfolg führt, erklärt der Personalreferent im Interview.

Einstellungstest Bewerbung

Ist es zu plump zu fragen, ob es ein klares Schema gibt, das aussagt, welche Bewerbung es bis zum Einstellungstest schafft?

Personalreferent: Nein. Aber vermutlich wird Sie die Antwort überraschen. Bei Unternehmen, die ohnehin einen Einstellungstest planen, gibt es in der ersten Auswahlrunde tendenziell weniger Absagen.

Das ist wirklich überraschend. Woran liegt das?

Personalreferent: Überlegen Sie sich einmal, wie aussagekräftig heute eine Bewerbung noch ist. Es gibt vorgefertigte Bewerbungsmappen, Bewerbungs-Coaches, die einem das Schreiben der Bewerbung komplett abnehmen und unzählig viele Bücher, die die besten Tipps zum Bewerbungsschreiben umfassen. In Anbetracht dieser ‚perfekten‘ Bewerbungen hat ein Personalreferent heute wirklich schlechte Karten und kann kaum zwischen den Bewerbern unterscheiden.

Das heißt, die Stellenbewerbung wird mehr und mehr zur Einstellungstest Bewerbung?

Personalreferent: Ein Stück weit sicherlich. Große Unternehmen machen heute alle einen Einstellungstest – und viele machen sich vor diesem Hintergrund kaum mehr die Mühe, die Bewerbung richtig anzusehen. Bewerbungen werden überflogen, es gibt eine grobe Skala, nach der die erste Vorauswahl getroffen wird. Hauptsächlich wird dabei auf schulische und berufliche Vorkenntnisse geachtet. Und natürlich fallen all die Bewerbungen raus, die optisch daneben sind. Damit katapultieren sich viele Bewerber gleich von Beginn an ins Aus: Schmutzige Mappen mit Eselsohren und schiefe Ausdrucke landen ungelesen auf dem Absagestapel. Ein Rechtschreibfehler im Anschreiben? Diese Bewerbung landet ebenfalls dort. Das sind grundsätzliche Punkte, die heute bei einer Bewerbung einfach passen müssen.

Das heißt, dass tendenziell mehr Geld für Einstellungstests ausgegeben wird als für das erste Auswahlverfahren, die eigentliche Bewerbung?

Personalreferent: Ja, wenn Sie das so formulieren wollen, ist das sicherlich richtig. Es werden viele Bewerber zum Einstellungstest eingeladen, denn dieser lässt sich standardisiert auswerten und spuckt dann meist noch vorgefertigte Kennwerte aus, nach denen ein Personalreferent dann auswählen kann.

Gibt es in diesem Bereich verbindliche Regeln?

Personalreferent: Nein. Viele meiner Kollegen wollen den Besten der Besten. Schulisch und beruflich top, alles andere ist Nebensache. Häufig ist dieses Verfahren in größeren Betrieben festzustellen. Je kleiner das Unternehmen ist, desto mehr geht es auch dem Mensch, der sich mit seinen Interessen und Vorlieben im Betrieb einbringen soll. Auch sind die vermeintlich ‚unperfekten‘ Bewerber häufig leichter davon zu begeistern, in eine Stelle hineinzuwachsen.

Schwelgen denn große Betriebe immer noch im Luxus der Bewerberströme?

Personalreferent: Es ist schon so, dass sich viele Menschen lieber in größeren Betrieben bewerben. Sie erhoffen sich dort eine vermeintliche Sicherheit und glauben, dass kleinere Betriebe doch schneller in unternehmerische Schwierigkeiten gelangen können. Eine Sicherheit gibt es indes ohnehin nirgends. Viel deutlicher ist jedoch die Ablehnung einiger Branchen: Der Lebensmittelbereich sucht beispielsweise zunehmend häufiger nach Bewerbern.

Nachschlagewerk: So kreieren Sie eine gute Bewerbung

  Pflicht / optional Hinweise
Deckblatt optional Das Deckblatt kann die gekonnte Einleitung einer postalischen oder einer E-Mail-Bewerbung sein – wenn es  gut gemacht ist. Ein gutes Deckblatt weist das Layout der Bewerbungsunterlagen auf. Die Position, auf die Sie sich bewerben, Ihr Foto und Ihre Kontaktdaten können auf dem Deckblatt positioniert werden.
Lebenslauf Pflicht Der Lebenslauf ist neben dem Bewerbungsschreiben das A und O einer guten Bewerbung. Dieser wird in der Regel in tabellarischer Form gehalten. Nur auf Wunsch sollte ein ausformulierter Lebenslauf ausgewiesen werden. Ob der Bewerber die Unterlagen aufsteigend oder absteigend chronologisch sortiert, ist seine Entscheidung, nur muss sich diese Form der Chronologie durchgehend wiederfinden – also sowohl im Lebenslauf als auch in der Reihenfolge der Bewerbungsunterlagen.
Leistungsbilanz optional Die Leistungsbilanz ist eine vergleichsweise unbekannte Spezialität der Bewerbungsunterlagen, die nur von wenigen Berufsgruppen auch sinnvoll gefüllt werden kann.

Wer ganz unterschiedliche Qualifikationen einbringen kann, der kann mit einer Leistungsbilanz dem Personalreferenten helfen, die Vielseitigkeit des Bewerbers zu erkennen.

Anlagenverzeichnis optional Helfen Sie dem Personalreferenten sich in ihren Bewerbungsunterlagen zurechtzufinden. Das ist der Ansatz, der hinter dem Anlagenverzeichnis steckt.

Es ist ein Inhaltsverzeichnis, welches insbesondere in digitaler Form auch interaktiv angelegt werden kann.

Referenzen optional Referenzen sind (in deutschen Bewerbungen) eine Seltenheit – bei US-amerikanischen Bewerbungen sind sie indes ein Muss. Ab einer gewissen Hierarchieebene werden sie jedoch auch in Deutschland durchaus häufiger. Gerade Führungskräfte nutzen diese Form oft, denn eine Referenz anzugeben ist wertiger, als nur ein Zeugnis beizulegen.
Zeugnisse Pflicht Wünscht sich das Unternehmen via Stelleninserat eine „Kurzbewerbung“, dann dürfen Sie auf die Zeugnisse verzichten – aber wirklich nur dann. Ansonsten gilt:

Berufliche Zeugnisse werden maximal sieben Jahre rückwirkend beilegt. Bei schulischen Zeugnissen zählt ab dem Eintritt ins Berufsleben nur noch der höchste schulische Abschluss.

Zertifikate optional Es ist gut und wertig, wenn Sie sich weiterbilden und dafür Zertifikate einkassieren, doch bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen müssen Sie sehr selektiv vorgehen. Wählen Sie nur die wertigen Zertifikate aus, die die Fähigkeit unterstreichen, nach der der Betrieb sucht. Wahllos jedes Zertifikat beizufügen, wirkt so, als würden Sie die Bewerbung aufblähen wollen.
Arbeitsproben optional Wenn der Betrieb, bei dem Sie sich bewerben, Arbeitsproben wünscht, dann senden Sie welche mit – ansonsten dürfen Sie die Arbeitsproben zum Vorstellungsgespräch mitbringen. Achtung: Journalisten, Grafiker und Fotografen sollten nicht nur gute Arbeitsproben mitschicken, sondern auch bei der Gestaltung der Bewerbungsmappe darauf achten, dass diese dem Jobansehen entspricht.

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