Biografische Fragebögen
Biografische Fragebögen
Die biografischen Fragebögen sind ein weit verbreitetes Instrument der Persönlichkeitstests und ergänzen den Personalfragebogen, der oftmals den Aufnahmetest einläutet. Bezieht sich der Personalfragebogen im Regelfall nur auf allgemeine Angaben, wie das Geburtsdatum, die Adresse, den Schulabschluss oder die Staatsangehörigkeit, so gehen biografische Fragebögen doch weit darüber hinaus.
Wichtig: Im Gegensatz zu einem Personalfragebogen kann man hier jedoch, wie in einem Multiple-Choice-Test, nur unter verschiedenen vorgegebenen Antworten wählen.
Die Antwortmöglichkeiten in diesem Einstellungstest sind sehr allgemein gehalten, sodass Nuancen in der Biografie nicht berücksichtigt werden können. Dies ist auch oftmals nicht die Intention dieses Tests, der lediglich auf bestimmte Einschnitte und Einflüsse in der Biografie der Bewerber abzielt. Biografische Fragebögen werden auch nach der Ausbildung immer wieder bei Einstellungstests vorkommen.
Achtung: Kann man die Antwort auf einige Fragen im Personalfragebogen noch verweigern, so ist dies bei den biografischen Fragebögen nicht möglich, da man sich hier generell mit einem Einstellungstest einverstanden erklärt hat.
Die Themen, die in diesem Einstellungstest behandelt werden, reichen von allgemeinen Fragen nach Anzahl der Wohnungswechsel oder der Durchsetzungsfähigkeit über Fragen zur Kindheit (wo man sie verbrachte und ob man viel Spielzeug zur Verfügung hatte) bis hin zu Schule, Freizeitgestaltung und Familienleben. Bei den Fragen zur Schule geht es meist darum, ob man glückliche Erinnerungen an die Schule hatte und ob dem Bewerber die ersten Schuljahre eher leicht oder schwer gefallen sind. Auch Fragen zur Familie beziehen sich auf die Geschwister oder die Haustiere, die man hatte. Die Fragen der biografischen Fragebögen mögen auf den ersten Blick recht harmlos erscheinen.
Tipp: Hier sollte man so ehrlich wie möglich antworten, denn die Inhalte des Fragebogens werden oft noch im Laufe des Einstellungstests eingesetzt.
Die Antworten auf diese Fragen werden bewertet und analysiert. Wer zum Beispiel die ersten Schuljahre als schwierig empfunden hat, bei dem ist davon auszugehen, dass er generell Schwierigkeiten hat, völlig neues Wissensterrain zu betreten. Außerdem werden die Antworten oftmals Gegenstand im Einzel-Assessment sein, wo auf einige Komponenten dieses Fragebogens durch gezielte Fragen noch einmal genau eingegangen wird.
Biografische Fragebögen
Diese Aufgaben dienen dazu, Sie und Ihr Wesen besser kennen zu lernen. Bitte beantworten Sie die Fragen nicht so, wie sie glauben, dass man sie beantworten sollte. Bei biografischen Fragebögen sollten Sie so ehrlich wie möglich sein – es gibt kein Richtig oder Falsch.
1. Übungsaufgabe:
Notieren Sie das letzte Buch, das sie gelesen haben. Beschreiben Sie, was Ihnen daran so gut gefallen hat.
2. Übungsaufgabe:
Notieren Sie, welche Persönlichkeit Sie bewundern und begründen Sie Ihre Wahl.
3. Übungsaufgabe:
Wie würden Sie das Verhältnis zu Ihrer Familie beschreiben?
4. Übungsaufgabe:
Wie würden Sie Ihr Engagement als Schüler einschätzen?
5. Übungsaufgabe:
Womit haben Sie als Kind am liebsten gespielt?
6. Übungsaufgabe:
Meine Karriere ist mir wichtiger als ein guter Kontakt zu Kollegen.
a) Ja
b) Nein
7. Übungsaufgabe:
Für mehr Geld würde ich auch in einem anderen Land arbeiten.
a) Ja
b) Nein
8. Übungsaufgabe:
Ich kann verstehen, dass Jugendliche auf einen Ausbildungsplatz verzichten, um Ihr Bundesland nicht verlassen zu müssen.
a) Ja
b) Nein
9. Übungsaufgabe:
Ein sicherer Arbeitsplatz ist mir wichtiger als die geistige Herausforderung bei meiner Arbeit.
a) Ja
b) Nein
10. Übungsaufgabe:
Mir sind folgende Freizeitaktivitäten wichtig (angeben: wichtig / weniger wichtig / unwichtig)
a) mit Freunden bis zum Morgen feiern
b) Ehrenamtliche Tätigkeit
c) Fußball spielen
d) Eishockey spielen
e) Ins Kino gehen
f) Shopping
g) Lesen
h) Fernsehen
Lösungshinweise:
Insgesamt macht es keinen Sinn, sich in ein anderes Licht rücken zu wollen. Der Arbeitgeber möchte den Bewerber wirklich nur kennen lernen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Insofern kann der Bewerber durch Ehrlichkeit am ehesten punkten. Hat der Bewerber beispielsweise kein Buch gelesen, sollte er Frage 1 genauso so auch beantworten, wobei er diesen vermeindlichen Negativpunkt durchaus ins Positive umkehren kann. So könnte er beispielsweise schreiben, dass er in letzter Zeit zwar kein Buch gelesen, sich dafür aber mit einer anderen praktischen Tätigkeit beschäftigt habe.