Sich umfangreich auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten, ist ebenso wichtig, wie sich via Checkliste auf den Einstellungstest vorzubereiten. Während die Vorbereitung auf den schriftlichen Test mithilfe von Einstellungstest Downloads möglich ist, gibt es leider keinen Personalreferenten, den man mal eben so mieten kann, um Antworten beim Vorstellungsgespräch einzuüben. Deswegen möchten wir eben diese Möglichkeit in diesem Beitrag simulieren. Wir nehmen die Antworten beim Vorstellungsgespräch auf und geben Sie einem Personalreferenten, der erklärt, wie diese Antwort bei ihm und seinen Kollegen ankommen würde. Selbstverständlich erklärt er auch im selben Atemzug, was man wie besser machen könnte.

Fall 1: Melanie ist verzweifelt auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle

Unzählige Bewerbungen hat Melanie bereits abgeschickt, doch nirgendwo scheint sie Glück zu haben. Der Grund: In ihrem Zeugnis sind viele Fehltage vermerkt. Wird Sie daraufhin angesprochen, erklärt Melanie diese so: „Ironischerweise war nicht ich selbst krank, sondern meist meine Geschwister oder meine Großmutter. Wir leben alle zusammen unter einem Dach und ich konnte unmöglich zur Schule gehen, wenn zuhause ein halbes Lazarett eingerichtet wurde.“

Das Urteil des Personalreferenten: Dass Melanie kein „Glück“ zu haben scheint, ist wohl falsch formuliert. Im Grunde sagt sie mit ihrem Hinweis darauf, dass sie immer dann zuhause geblieben ist, wenn Geschwister oder die Oma krank waren auch, dass sich wohl künftig nichts an dieser Situation ändern wird. Eine Art „Läuterung“ ist keineswegs in Sicht. Ich würde Melanie raten zu erklären, dass Sie aus ihren Fehlern gelernt hat und sich nun mehr auf ihre berufliche Zukunft konzentriert, anstatt sich von der Familie im schlimmsten Falle noch ihre Ausbildung verbauen zu lassen. Es ist schwer, ein gesundes Maß an Egoismus an den Tag zu legen, aber ich denke es ist heute fast schon überlebenswichtig.

Fall 2: Mareike glaubt an der Tatsache zu scheitern, früh Mutter geworden zu sein

Mareike ist mit 16 Mutter geworden. Damals hat sie die Schule für ein Jahr unterbrochen, bevor sie sich dann wieder um ihren Schulabschluss gekümmert hat. Sie hat einen Realschulabschluss mit 1,7 und sucht nach einer Ausbildungsstelle. Auf die Eingangsfrage ‚stellen Sie sich uns sich doch einmal vor‘, antwortet Sie meist: „Ich heiße Mareike, bin 18 Jahre alt und habe die Realschule mit einem Notenschnitt von 1,7 abgeschlossen. Aktuell kümmere ich mich um meine Tochter und hoffe, eine Ausbildungsstelle zu finden.“

Das Urteil des Personalreferenten: Sicherlich ist es schwierig für eine junge Mutter wie Mareike eine Ausbildungsstelle zu finden, aber sie katapultiert sich leider schon mit diesem Eingangssatz fast gänzlich ins Aus. Beim Eingangssatz müssen drei Faktenblöcke genannt werden: Wer ist der Bewerber? Was kann der Bewerber? Was will der Bewerber? Zwar stellt sich Mareike vor, aber damit endet auch schon fast der verwertbare Teil ihrer Aussage. Natürlich ist der Notendurchschnitt gut und erwähnenswert, allerdings kann ich nicht sehen, was Mareike jemals praktisch getan hat und ich sehe auch nicht, was sie tun möchte. Um ehrlich zu sein, kann ich nicht einmal sehen, ob sie überhaupt etwas tun möchte, denn das Kümmern um ihre Tochter springt mich derart dominant an, dass ich vielleicht sogar daran zweifeln würde, dass sie eine Ausbildungsstelle sucht. Ich würde Mareike empfehlen, nach Name und Abschlussnote zu erklären, worin ihre Stärken liegen und was sie will. Ein Beispiel könnte sein: Ich habe privat sehr schnell lernen müssen, was Organisation bedeutet und könnte mir gut vorstellen, das als Hotelfachfrau umzusetzen.

Fall 3: Kevin wechselt alle zwei Jahre den Job. Jetzt muss er zu seiner Zukunftsvision Stellung beziehen

Kevin ist gelernter Maler und Lackierer. In dem Betrieb, in dem er gelernt hatte, wurde er aus Mangel an Aufträgen nicht übernommen. Bei einem Karosseriebetrieb, der sich auf Unfallfahrzeuge spezialisiert hat, fand er eine Anstellung, doch nach zwei Jahren musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Jetzt arbeitet er als Mechatroniker-Helfer – und muss sich nach etwas Neuem umsehen, denn der Azubi lernt aus und wird übernommen. Auf die Frage nach seinen Zukunftsplänen ist Kevin zunächst einmal gar nicht gefasst. Resigniert antwortet er dann: „Im Beruf zur Ruhe zu kommen, das wäre mein Wunsch. Ich habe viele Bereiche durchlaufen und viel gelernt, nur um meine Kenntnisse nachhaltig einsetzen zu können, müsste ich länger als nur zwei Jahre bei einem Arbeitgeber sein.“

Das Urteil des Personalreferenten: Grundsätzlich ist Kevins Antwort erst einmal verständlich und auch authentisch. Ich persönlich würde ihm dazu raten, dennoch mehr Elan in seine Antwort zu legen. „Zur Ruhe zu kommen“ ist etwas, was dem Personalreferenten durchweg negativ aufstößt, denn jedes Unternehmen will elanvolle, motivierte Mitarbeiter, die etwas bewegen. Die Resignation ist ihm sehr deutlich anzumerken, was von einem Personalreferenten nicht positiv gedeutet wird. Ansonsten erklärt er in seinen Worten sehr gut, dass er sein Wissen gerne langfristig einsetzen möchte.

Mut, Ehrlichkeit, Authentizität, Einfallsreichtum …

All diese Ansprüche werden heute an die Antworten beim Vorstellungsgespräch gestellt. Für den Bewerber ist das eine große Herausforderung, vor allem weil nicht mehr alle Personalreferenten nach einem klassischen Schema F verfahren, sondern durchaus innovativ und kreativ in der Fragengestaltung werden. Letztlich ist das allerdings auch für die Bewerber ein großer Vorteil, denn es geht nicht darum, möglichst viele Musterfragen auswendig zu lernen, sondern es geht darum, sich seiner Selbst bewusst zu werden.

Ein Personal Coach erarbeitet mit seinem Schützling vor einem Vorstellungsgespräch diese Themenfelder:

  • Werden Sie sich ihrer eigenen Stärken und Schwächen bewusst und unterlegen Sie diese mit entsprechenden Beispielen. Wählen Sie dabei vor jedem Vorstellungsgespräch die Stärken aus, die zum Stellenprofil passen. Bereiten Sie sich zudem auf die Schwäche vor, die vermutlich mit Blick auf Ihre Bewerbungsunterlage ins Auge springt.
  • Priorisieren Sie Ihre Zukunftspläne und Visionen und bereiten Sie pro Bewerbungsgespräch eine Vision vor, die Sie detailliert beschreiben können.
  • Seien Sie sich Ihrer Wirkung im Äußeren, in Worten, Gestik und Mimik bewusst und beobachten Sie sich beim Training auf das Vorstellungsgespräch regelmäßig selbst.
  • Arbeiten Sie zunehmend häufiger mit Trainingspartnern, die Ihnen unvorhersehbare Fragen stellen, mit Ihnen herausfordernde Gespräche führen und Sie damit inhaltlich und persönlich weiterbringen.
  • Stellen Sie einen Stärken-Schwächen-Plan auf und notieren Sie dabei auch, welche Schwäche Sie wie zu minimieren versuchen und, welche Stärke Sie noch weiter ausbauen und anderweitig einsetzen können.

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